Schweizer Automobilmarkt legt im Oktober zu, bleibt aber hinter Europa zurück

Neue Personenwagen Oktober 2026

Bern, 2. November 2026

Der Markt für neue Personenwagen in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein hat im Oktober leicht zugelegt. Mit 18’986 Neuzulassungen wurden 2,9 Prozent mehr Fahrzeuge immatrikuliert als im Vorjahresmonat. Auch die Elektromobilität legt weiter zu. Bei den reinelektrischen Personenwagen beträgt das Wachstum seit Jahresbeginn 30,5 Prozent. Die Jahresbilanz bleibt dennoch ernüchternd: Seit Jahresbeginn wurden 192’523 neue Personenwagen zugelassen, lediglich 2,7 Prozent mehr als im sehr schwachen Vorjahr. Der europäische Gesamtmarkt hat sich dagegen stärker erholt und ist seit Jahresbeginn um rund 6 Prozent gewachsen.

Europäischer Automobilmarkt erholt sich, Schweiz hinkt hinterher

Der Schweizer Personenwagenmarkt zeigt im Oktober ein verhaltenes Wachstum. Die 18’986 Neuzulassungen entsprechen einem Zuwachs von 2,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat (18’451). Trotz des vermeintlich guten Monatsresultats bleibt der Gesamtmarkt auf tiefem Niveau. Nach zehn Monaten beträgt das Wachstum lediglich 2,7 Prozent gegenüber dem bereits sehr schwachen Vorjahr. Von einer nachhaltigen Erholung kann weiterhin keine Rede sein. Damit ist die seit der Pandemie schleppende Gesamtmarktentwicklung eine der grossen Herausforderung für die ganze Branche.

Der Vergleich mit Europa verdeutlicht die schwierige Situation der Schweizer Automobilwirtschaft. Während der EU-Gesamtmarkt in den ersten neun Monaten um 5,7 Prozent gewachsen ist, hat der Schweizer Markt noch aufholbedarf. «Die anhaltende Marktschwäche belastet die Automobilbranche und bremst die dringend notwendige Erneuerung des Fahrzeugbestands. Diese Überalterung hat negative Auswirkungen auf Sicherheit und Umweltbelastung. Wer mehr Verkehrssicherheit und weniger Emissionen will, muss die Erneuerung des Fahrzeugbestands beschleunigen, statt sie regulatorisch auszubremsen.», sagt Mario Bonato, Chefökonom von auto-schweiz. Die Alterung des Fahrzeugbestandes hat mittlerweile mit 11 Jahren einen neuen Negativrekord erreicht.

Elektromobilität setzt Wachstum fort

Positiv entwickelt sich weiterhin die Nachfrage nach reinelektrischen Personenwagen (BEV). Im Oktober wurden 6’620 neue Elektroautos immatrikuliert (Vorjahr: 4’175). Seit Jahresbeginn wurden insgesamt 52’084 reinelektrische Personenwagen neu zugelassen. Das entspricht einem Wachstum von 30,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr (39’900). Damit macht der BEV-Anteil mittlerweile 27,1 Prozent aller Neuzulassungen aus. Mehr als jeder vierte neue Personenwagen fährt somit reinelektrisch. Für einen stärkeren Markthochlauf braucht es attraktivere Rahmenbedingungen, insbesondere  einen rascheren Ausbau der Ladeinfrastruktur und den Verzicht auf zusätzliche steuerliche Belastungen.

EU lockert CO₂-Vorschriften, Schweiz bleibt untätig

Während die Europäische Union ihre Automobilindustrie regulatorisch stark entlastet, lässt eine entsprechende Flexibilisierung in der Schweiz weiterhin auf sich warten. Denn die Schweiz hat bisher keine der dringend notwendigen Erleichterungen übernommen. Die Schweizer Automobilimporteure sind damit weiterhin mit starren jährlichen Zielwerten und hohen Sanktionsrisiken konfrontiert. Dieser regulatorische «Swiss Finish» führt zu zusätzlichen Wettbewerbsnachteilen und belastet einen ohnehin schwächelnden Markt.

Thomas Rücker, Direktor von auto-schweiz, kommentiert: «Es ist nicht nachvollziehbar, dass die EU ihre Automobilindustrie entlastet, während die Schweiz weiterhin an einer übermässig strengen CO₂-Regulierung beharrt und damit erhebliche volkswirtschaftliche Schänden verursacht. Dass sich die Spanne zwischen Erholung in den europäischen Ländern und Stagnation in der Schweiz stetig vergrössert, braucht somit niemanden zu verwundern.»

Die detaillierten Zahlen nach Marken stehen auf www.auto.swiss zur Verfügung. Die Auswertungen von auto-schweiz basieren auf Erhebungen des Bundes, die Daten sind möglicherweise vorläufig und nicht abgeschlossen.

Weitere Auskünfte:
Thomas Rücker
Direktor
T 079 529 12 02
thomas.ruecker@auto.swiss 

auto-schweiz
auto-schweiz, die Vereinigung der offiziellen Schweizer Automobil-Importeure, engagiert sich für die Stärkung der individuellen und gewerblichen Mobilität und schafft Mehrwert für den Wirtschaftsstandort und den Werkplatz Schweiz. Die 41 Verbandsmitglieder vertreten 63 Marken, importieren mehr als 90 Prozent der Neuwagen in der Schweiz und Liechtenstein, und bedienen damit ihre mehr als 4‘000 Markenvertreter. Mit einem jährlichen Einfuhrwert von über 11 Milliarden Schweizer Franken ist die Schweizer Automobilwirtschaft die drittgrösste Importwirtschaft der Schweiz. Schweizweit beschäftigt die Autobranche über 120’000 Mitarbeitende.